Berimbau

Federführend vor allen anderen Instrumenten und dasjenige, was man wohl mit als letztes im Training zu spielen lernt, ist das Berimbau. Bestehend aus einem gebogenen Holzstock, dem verga, auf den ein Drahtseil, arame genannt, gespannt ist, auf dem wiederum ein ausgehöhlter Kürbis, cabaça genannt, als Klangkörper aufgezogen wird. Die Laute entlockt man dem Berimbau dann mit einem „dünnen Stock“, der baqueta, und wird beeinflusst von einem Stein oder einer Münze, dobrão.

Das Berimbau wird zumeist mit Capoeira in Verbindung gebracht und man geht im Allgemeinen davon aus, dass es aus Brasilien stammt. Heutige Forscher glauben jedoch, dass es dieses Instrument schon weit vor der Capoeira gab und dabei berufen sie sich auf Steinmalereien, die vor 15.000 bis 20.000 Jahren in Nordafrika entstanden sind. Überall und in den verschiedensten Gegenden der Welt finden sich Hinweise auf Instrumente, die vom Bogen abstammen. Man fand Hinweise darauf in New Mexico und Patagonien, aber besonders häufig in Nordafrika.

Was man jedoch sicher weiß ist, dass das Berimbau im 16. Jahrhundert mit den Sklaven nach Brasilien gelangte. In der Umgebung fanden Sklaven geeignete Materialien um ein Berimbau bauen zu können, nämlich das Holz in den Wäldern, den Flaschenkürbis als Klangkörper und Sehnen der Tiere dienten damals als arame. Heute verwenden wir dafür gerne die Drähte aus Autoreifen. Die Meister der Capoeira entwickelten nach und nach eigene Rhythmen für dieses Instrument und möchte man Capoeira erlernen, kommt man definitiv nicht um dieses Instrument herum.

Caxixi

In Verbindung mit dem Berimbau gibt es ein weiteres Instrument, nämlich die Caxixi. Das ist eine Gefäßrassel die aus Bast geflochten wird und als Füllung dienen Kiesel oder Samen. Eine Kalebassenscheibe wird als Boden angebracht. Die Caxixi wird in das Berimbauspiel integriert und produziert durch Auf- und Abbewegungen zwei unterschiedliche Töne, je nachdem ob der Inhalt auf den harten oder geflochtenen Grund trifft.

Pandeiro

Dann gibt es noch das Pandeiro, eine Art Tamburin. Es ist eine Handtrommel mit rundem Holzrahmen einem Fell (meistens Tierhaut oder auch Plastik) und hat je nach Größe fünf bis zehn Schellenpaare im Holzrahmen verteilt angebracht. Das Tamburin, oder auch Pandeiro, soll es bereits in der Jungsteinzeit gegeben haben, also vor 10.000 bis 12.000 Jahren und das sowohl in Europa, als auch in Asien und Afrika. Damit gehört es zu den ältesten Instrumenten der Welt, ist aber dennoch deutlich jünger als das Berimbau. Das Pandeiro ist nicht nur ein beliebtes Instrument alter Tage, sondern wird auch heute noch in ganz Europa verwendet und ist ein fester Bestandteil von Festen und Musik auf der ganzen Welt. Es ist wohl schon immer ein Teil unserer musikalischen Geschichte mit seinem Urspung, den Wissenschaftler im arabischen Raum vermuten. Im Mittelalter hat es sich dann über ganz Europa verbreitet.

Nach Brasilien gelangte das Pandeiro wahrscheinlich durch die Portugiesen. Erstmals erwähnt wurde es in Brasilien im Zusammenhang mit einer Corpus Christi Prozession – heute auch Fronleichnam genannt – in Bahia im Jahr 1549. Da es den Sklaven früher verboten war ihre eigenen traditionellen Instrumente zu spielen, übernahmen sie vieles was an Instrumenten vorhanden war und von den Kolonialherren genutzt wurde. Und so kam das Pandeiro in die Capoeira.

Atabaque

Die Atabaque als Trommel begleitet das Berimbau und gilt als Takthalter. Die tiefen Basstöne dieses Instruments dienen der Orientierung und erleichtern das Halten des Taktes. Die Atabaque ist eine große fassförmige Röhrentrommel, bespannt mit Tierhaut - dem Fell (zumeist Ziegenhaut) - der Klangkörper aus Holz und, wenn auch in verschiedenen Ausführungen, so doch meistens ungefähr hüfthoch. Die Atabaque ist ähnlich der Conga und wird oftmals sogar noch von „Fassmachern“ hergestellt. Im Gegensatz zur Conga ist das Atabaque länger und weniger bauchig und gewöhnlich ruht es in einem Ständer und wird wegen seiner Größe im Stehen gespielt. Früher wurde das Fell, also die Tierhaut, mit einer Schnur-Pflock-Schnürung gestimmt, während man heute meistens eine Schraubspannung verwendet.

Agogô und Reco-reco

In großen Baterias findet man beispielsweise noch das Agogô. Dieses Instrument besteht aus einem „Bügel“ der aus zwei länglichen, kegelförmigen Metallglocken – ohne Klöppel – in unterschiedlichen Größen besteht. Es gibt sie aber auch aus einem Holzstab bestehend, auf dem zwei ausgehöhlte Kürbisse angebracht werden, die sogenannte Wooden Agogô. Mit einem Holzstab schlägt man auf die beiden Klangkörper und entlockt dem Instrument damit einen helleren und einen dunkleren Ton. Die Agogô ist afrikanischen Ursprungs und wurde von den Yoruba - ein westafrikanisches Volk, vor allem im Südwesten Nigerias ansässig - nach Südamerika gebracht.

Zuletzt gibt es das Reco-reco das aus einem sägezahnartigem zylindrischen Holzkörper mit Kerben besteht, gefertigt aus Bambus oder Holz. Gespielt wird es mit einem Holzstab und es entstammt der afrobrasilianischen Musikkultur.

 

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